Vor- und Nachteile der Betriebskostenpauschale

Wie die Nebenkosten in einem Mietverhältnis umgelegt werden, können Vermieter und Mieter individuell vereinbaren. 
Mit einer Betriebskostenpauschale lassen sich alle Ansprüche einfach abgelten. 

Die Nebenkostenabrechnung ist ein kompliziertes Verfahren und Anlass zu zahlreichen Rechtsstreitigkeiten. 
Die meisten Mietverträge beruhen dabei auf dem Prinzip von Vorauszahlungen. Diese sind regelmäßig vom Mieter 
zu entrichten und werden einmal kalenderjährlich in der 
Betriebskostenabrechnung mit den tatsächlich entstandenen Kosten verrechnet. Vereinbaren die Vertragsparteien hingegen eine Betriebskostenpauschale, 
dann sind damit alle weitergehenden Ansprüche abgegolten. Weder der Vermieter noch der Mieter können einen nachträglichen finanziellen 
Ausgleich verlangen, wenn die tatsächlichen Kosten nicht mit der Pauschale übereinstimmen. Falls die angefallenen Kosten den entrichteten 
Betrag übertreffen, macht der Mieter ein gutes Geschäft. Lagen die Kosten niedriger als veranschlagt, streicht der Vermieter einen Profit ein. 
Dieser Umstand birgt in der Praxis ein hohes Konfliktpotential.

Rechtlich entscheidend ist allerdings nur, welche Vereinbarung die beiden Mietparteien in ihrem Vertrag schriftlich niedergelegt haben. 
Mündliche Zusatzabsprachen besitzen keine rechtsverbindliche Wirkung. Um die Vereinbarung über Pauschalbeträge möglichst flexibel zu halten, 
ist es angeraten, im Mietvertrag eine Option auf Betriebskostenänderung festzuhalten. Die entsprechende Erklärung muss neben genauen Gründen 
für eine Änderung zudem präzise Angaben über Fristen enthalten. Wenn beide Seiten sich einig sind, bringt die Betriebskostenpauschale enorme 
organisatorische Erleichterungen. Nachteile für den Vermieter entstehen allerdings regelmäßig bei leer stehenden Wohnungen oder Gewerberäumen. 
Da die Kosten für nicht vermietete Räume generell zu Lasten des Vermieters gehen, kann er diese nicht auf die anderen Mieter umlegen. 
Insbesondere wenn Verbräuche nicht einwandfrei einzelnen Objekten zuzurechnen sind, erleidet der Vermieter in diesem Fall einen finanziellen 
Nachteil. Im Vorteil sind dagegen generell größere Familien oder Mieter, die hohe verbrauchsabhängige Kosten verursachen. Falls alle 
Mietparteien dieselbe Pauschale zahlen, können sie finanziell erheblich profitieren.




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