Krankenversicherung für Freiberufler
Freiberufler können wählen, ob sie sich gesetzlich oder privat krankenversichern möchten. Für sie gilt nicht die Beitragsbemessungsgrenze. Gehören sie zur Gruppe der Künstler und Publizisten, besteht eine Versicherungspflicht bei der Künstlersozialkasse. Weitere Berufe, die zu den Freiberuflern zählen sind beispielsweise Ärzte, Krankengymnasten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare, Architekten, Sachverständige, Dolmetscher, Erzieher oder Lehrer. All diese Berufsgruppen können frei entscheiden zwischen der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung. Welche
Krankenversicherung Freiberufler wählen, sollte gut überlegt sein, denn es gibt auf beiden Seiten Vor- und Nachteile.
Private Krankenversicherung für Freiberufler
Ohne Einkommensgrenzen können Freiberufler in die private Krankenversicherung wechseln. Dafür müssen sie zunächst eine Gesundheitsprüfung durchführen lassen, die Versicherung fragt nämlich nach dem gesundheitlichen Zustand. Speziell für Freiberufler bieten private Krankenversicherungen Tarife an, die auf sie zugeschnitten sind. Für Berufsanfänger gibt es bestimmte Einsteigertarife, mit denen sie Geld sparen können. Innerhalb einer Frist kann dann der Versicherungsschutz aufgestockt werden. Durch eine Selbstbeteiligung kann der monatliche Beitrag reduziert werden. Bis zu einem bestimmten Betrag müssen Arztrechnungen dann aus eigener Tasche beglichen werden. Alles, was über diesem Betrag liegt, übernimmt dann jedoch die Krankenkasse.
Freiberufler, die sich privat versichern möchten, sollten darauf achten, dass der Versicherer möglichst beitragsstabil ist. Luxusleistungen wie beispielsweise Krankenhaustagegeld sollten nicht versichert werden, doch der gewählte Tarif sollte ausreichende Leistungen im Krankenhaus, für zahnärztliche und ambulante Behandlungen beinhalten sowie ausreichenden Schutz bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankentagegeld.
Viele Freiberufler entscheiden sich für eine private Krankenversicherung, denn die meisten Anbieter halten attraktive Beitragsgestaltungen für sie bereit. Diese richten sich oft nur nach Alter und Geschlecht und nicht nach der Einkommenshöhe. Das bringt natürlich viele Vorteile mit sich, jedoch sollte bedacht werden, dass sich in diesem Fall die Kinder nicht beitragsfrei mitversichern lassen. Es empfiehlt sich in jedem Fall, vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung verschiedene Anbieter zu vergleichen.
Gesetzliche Krankenversicherung für Freiberufler
Eine Alternative zur privaten Versicherung ist die gesetzliche Krankenkasse. Damit sich ein Freiberufler gesetzlich krankenversichern kann, muss er in den letzten fünf Jahren vor Ausscheiden aus der Versicherungspflicht mindestens 24 Monate lang oder 12 Monate ununterbrochen unmittelbar vor dem Ausscheiden in der gesetzlichen Versicherung gewesen sein. Bis zu drei Monate nach Ausscheiden aus der Versicherungspflicht kann die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse beantragt werden.
Die Beiträge werden anhand der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit berechnet. Zugrunde gelegt wird ein fiktives Einkommen, jedoch zahlt derjenige, der mehr verdient, entsprechend höhere Beiträge, die jedoch die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschreiten. Im Gegensatz zur privaten Krankenversicherung ist hier die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen möglich.
Welche Krankenversicherung Freiberufler letztlich abschließen, bleibt also eine persönliche Entscheidung, die jedoch durch gute Überlegung und Vergleiche untermauert werden sollte.
|